Ähnlich wie der stationäre Handel, muss auch der Onlinehandel mehr und mehr zum Shopping-Erlebnis werden. Das schlägt sich auch in neuen Funktionen der E-Commerce-Technologien nieder. Die Shopware Einkaufswelten sind ein Beispiel dafür. Das macht die Software u. a. so erfolgreich. Auf dem deutschen Markt gehört Shopware neben Magento zu den Big Playern. Wie Händler es trotzdem schaffen, eine einzigartige E-Commerce-Lösung zu entwickeln, die nicht nach „typisch Shopware-Shop“ aussieht, das lesen Sie im folgenden Interview.

An Shopware kommt man auf dem deutschen E-Commerce-Markt nicht vorbei. Beim diesjährigen Shop Usability Award (auf der K5 – The Future Retail Conference) habt ihr zahlreiche Preise gewonnen. Was macht die Software aus eurer Sicht so erfolgreich, vor allem in Hinblick auf die Konkurrenz?

Das Onlineshop-System zeichnet sich durch viele Dinge aus. Zunächst haben wir den Vorteil, dass Shopware als deutsches System auch im Standard eine Rechtssicherheit auf dem deutschen und europäischen Markt bietet. Zusätzlich sind wir greifbar und bieten natürlich auch deutschen sowie englischen Support.

Dann ist die Shopware AG aus eigenen Mitteln gewachsen, also 100% eigenkapitalfinanziert. Dies ist ein großer Vorteil. Denn wir bleiben in unseren Entscheidungswegen schnell und flexibel. Der E-Commerce-Markt verändert sich so rasant, dass schnelle und agile Reaktionen ein Muss sind. Zuletzt ist Shopware selber sehr einfach zu bedienen. Man muss kein Entwickler sein, um sich einen voll funktionsfähigen Onlineshop zu bauen. In Kombination mit den vielen Möglichkeiten, die dem Betreiber geboten werden, damit er sich einen emotionalen Shop mit schönen Landing-Pages erstellen kann, ist die Software einfach einzigartig.

Shopware 5 Icon

Auch OXID eSales wirbt damit speziell für den deutschen Markt entwickelt worden zu sein. Welche Unterschiede bestehen in diesem Punkt zu euch?

Shopware sieht sein System als „community-driven“ an. Das soll den starken Einfluss unserer User besonders in den Fokus stellen. Wir sind von und für die Onlinehändler geschaffen. Über regelmäßige Think Tanks, das Forum, unseren öffentlichen Issue-Tracker und den direkten Austausch bekommen wir schnell mit, wo Kunden neue Wünsche haben. Auf diese Weise können wir auch sehr flexibel auf Trends reagieren und unsere Roadmap anpassen. So hatten wir zum Beispiel schon in Shopware 4 unsere innovativen Einkaufswelten, die wir jetzt noch Stück für Stück auf Wünsche der Nutzer hin anpassen.

Gibt es den typischen Shopware-Shop?

Die Tatsache dass sich Shopware nicht auf eine Branche festlegt und nicht zwischen B2C und B2B unterscheidet, verschafft einen großen Spielraum sowie einen größtmöglichen Einsatzbereich. Wir haben viele tolle Onlineshops im Low-Budget-Bereich. Im Enterprise-Segment gibt es aber auch starke Markenshops. Aufgrund der guten Möglichkeiten, die Software zu konfigurieren, kann sich jeder in seinem Shop austoben und seine eigene Vision umsetzen. Es ist also schwierig, hier den typischen Shopware-Shop zu finden.

Trotz des Baukasten-Systems, habt ihr in diesem Jahr mit der neuen Version (inkl. Erweiterungen und Updates) die Einkaufswelten modernisiert. Warum?

Was wir mit der Shopware 5 integriert haben, sind die sogenannten Storytelling-Einkaufswelten. Hier handelt es sich um eine Erweiterung, die ab der Professional Edition verfügbar ist und die Möglichkeit bietet, den Shop noch emotionaler zu gestalten. Hier geht es besonders darum, die Geschichte hinter seinem Sortiment zu erzählen und den Endkunden mit großen Bildern abzuholen. Ähnlich wie unsere Premium Shopware-Plugins sollen auch die noch emotionaleren Einkaufswelten für eine Steigerung des Umsatzes sorgen. Der Grund, dass diese Welten nur in kommerziellen Versionen vorhanden sind, ist, dass die kostenfreie Version im Standard bereits so gut ist, dass eine Abgrenzung zu den kommerziellen Versionen nur durch solche starken Zusatzfeatures möglich ist.

Welchen Anreiz habe ich als Unternehmen in die Enterprise-Version zu investieren, wenn die kostenlose schon so gut ist?

Shopware, Emotional Shopping on any Device

Die Enterprise-Edition ist die am flexibelsten einsetzbare Lösung. Durch die Enterprise Accelerators kann Shopware deutlich besser auf besonders individuelle und sehr komplexe Wünsche von Shop-Betreibern angepasst werden. Mit der B2B-Suite zum Beispiel werden alle notwendigen Funktionen für einen Business-to-Business-Shop hinzugefügt. Außerdem ist die Enterprise-Edition die leistungsfähigste Lösung, die eine deutlich bessere Performance für besonders traffic-lastige Onlineshops bietet. Ein weiterer Punkt ist der Service rund um die Enterprise. Wir stehen auch bei technischen Anpassungen und bei Support stets mit direkten Ansprechpartnern zur Verfügung. Hier grenzt sich Enterprise Version ganz klar von anderen Editionen im Portfolio ab.

Der Ruf nach agilem Projektmanagement wird immer lauter. Auch die E-Commerce-Lösungen sollen immer schneller und flexibler auf die Wünsche im Markt reagieren. Manche setzen dabei auch auf Systeme wie das Spryker Commerce OS. Wie begegnet ihr diesen neuen Anforderungen?

Wir bilden unsere Mitarbeiter regelmäßig im Bereich Projektmanagement weiter und bilden so eine Grundlage für gemeinsame Projekte. Gerade im Enterprise-Bereich stehen wir unseren Kunden auch als Consultants zur Verfügung und betreuen diese vom Beginn des Projekts, über den Launch, aber auch nach dem Projekt. So stehen den Händlern, Herstellern und Agenturen stets ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung.

Ihr habt ein großes Leistungsportfolio. Gibt es Geschäftsmodelle, für die sich Shopware nicht eignet?

Shopware ist so entwickelt worden, dass die Software in jeder Branche und in jedem Segment genutzt werden kann. Als Standardsystem haben wir natürlich schon viel im Kern integriert, was in den allermeisten Fällen auch benötigt wird. Sollte es jedoch ein Projekt geben, wo gezwungenermaßen der Kern so aufgebrochen werden müsste, dass es vielleicht sinnvoller wäre, auf ein Framework zurückzugreifen, dann könnte man dort nachdenken, ob die Shop-Software nicht das richtige System für dieses Projekt wäre.

Erfolgreiche Shopware-Referenzen:

Auf der ganzen Welt gibt es zahlreiche Shopware-Agenturen. Wie arbeitet Ihr in verschiedenen Projekten mit der jeweiligen Agentur sowie den Kunden zusammen?

Shopware unterstützt sowohl den Kunden, als auch die Agentur im Projektverlauf. Schon beim Consulting vor Beginn des Projekts, also auch beim Pitch vor Ort, bis hin zur technischen Umsetzung während der Entwicklung. Wir stehen stets für Support zur Verfügung und lassen Kunde und Agentur nicht allein.

Worauf sollten Unternehmen, eurer Meinung nach, bei der Auswahl einer Agentur achten?

Hier spielen mehrere Faktoren eine große Rolle, die auch besonders von den Anforderungen des Onlinehändlers abhängen. Eine Agentur sollte im besten Fall schon über ein gewisses Know-how in der Branche des Kunden verfügen und auch mit eventuellen Drittsystemen, die angebunden werden müssen, bereits Erfahrungen gesammelt haben. Mit einer der wichtigsten Punkte ist auch die Chemie zwischen Agentur und Onlinehändler. Sind sich Kunde und Agentur schnell sympathisch, so ist das oft ein gutes Zeichen für eine spätere Zusammenarbeit. Ein letzter Punkt ist auch noch die Entfernung zwischen Kunde und Agentur. Besonders bei hoch komplexen Anforderungen und bei Projekten, die eine Beratung über mehrere Tage voraussetzen, ist eine Agentur, die im Umkreis des Unternehmens ihren Sitz hat, natürlich von Vorteil. Wenn häufige Treffen keine Notwendigkeit sind und vieles über Telefonkonferenzen besprochen werden kann, dann spielt die Entfernung natürlich keine große Rolle.

Wir sagen Danke für das aufschlussreiche Interview zum Thema "Was ist dran am typischen Shopware-Shop?".

E-Commerce-Projekte können mit unterschiedlichsten Software-Lösungen realisiert werden. Weiterführende Interviews mit Spryker und OXID eSales lesen Sie in unserem Blog.