Themen für eine Bachelor- oder Masterarbeit zu finden ist nicht leicht. Oft sind die angebotenen Forschungsaufgaben sehr theoretisch oder es fehlt ihnen die Relevanz für die reale Arbeitswelt. Forschen und gleichzeitig in das zukünftige Berufsfeld hineinschnuppern – das geht auch. Maik Mattmüller ist Masterstudent und schreibt seine Abschlussarbeit bei uns. Welche Erfahrungen er in den vergangenen sechs Monaten gemacht hat, darüber sprechen wir mit ihm und seinem Mentor Alexander Vogler.

Maik, was ist das Thema deiner Masterarbeit?

Maik: Mein Thema ist die Online Customer Experience. Dabei geht es um die Erlebnisse, die ein Kunde macht, wenn er mit einem Unternehmen über einen Online-Kanal interagiert.
Genauer gesagt, mache ich eine empirische Untersuchung eines wissenschaftlichen Modells, das ursprünglich für den stationären Handel konzipiert wurde. Dieses Modell wende ich nun auf den E-Commerce an. Dabei gibt es verschiedene psychologische Dimensionen, aus denen ein Online-Kauferlebnis bestehen kann.
Meine Arbeit besteht also aus zwei Teilen: einerseits die reine wissenschaftliche Arbeit, bei der das Modell als Rahmenwerk für die Online Customer Experience empirisch untersucht wird. Andererseits aus dem praktischen Bezug, den ich durch Handlungsempfehlungen und einem Leitfaden für das Customer Experience Management herstelle.

Masterstudent Maik

Warum ein E-Commerce Thema? Wie bist du darauf gekommen?

Maik: Durch das Bachelorstudium in Wirtschaftsingenieurwesen konnte ich bereits viele technische und betriebswirtschaftliche Fähigkeiten erlernen. Mit dem Masterstudium wollte ich mich auf eine zukunftsweisende Branche spezialisieren. Da der Onlinehandel für mich sowieso in den letzten Jahren eine persönliche Leidenschaft geworden ist, kam mir der Studiengang „Dialogmarketing und E-Commerce“ an der Hochschule Offenburg genau recht.

Warum wolltest du deine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben und keine rein akademische Untersuchung durchführen?

Maik: Aus Erfahrung kann ich sagen, dass zwischen der Theorie im Studium und der Praxis im Unternehmen teilweise große Unterschiede bestehen. Auch wenn wir im Masterstudium viele praktische Projekte durchgeführt haben, ist es natürlich doch nochmal etwas anderes das hautnah mitzuerleben. Ich habe ein Unternehmen gesucht, das spannende Einblicke in die Praxis und ein möglichst breites Spektrum an Themen bietet. Dabei habe ich mit NETFORMIC den perfekten Arbeitgeber gefunden.

Welche Unterstützung erhältst du von NETFORMIC bei der Ausarbeitung deiner Masterarbeit?

Maik: Wenn man die Thesis in einem Unternehmen schreibt, benötigt man einen Betreuer seitens der Firma. Ich hätte dabei niemand Besseren erwischen können als Alexander. Durch seine jahrelange Erfahrung als E-Commerce Consultant konnte er mir bei der wissenschaftlichen Ausarbeitung der Arbeit helfen. Gleichzeitig stand er mir bei praxisrelevanten Fragen zur Seite. Dafür bin ich ihm extrem dankbar. Neben ihm unterstützte mich auch das gesamte Team. Jeder hat seine speziellen Fähigkeiten, wodurch ein vielseitiger Austausch entstand, der mir letztendlich sehr weitergeholfen hat – nicht nur was die Thesis angeht, sondern auch auf einer persönlichen Ebene.

Materarbeit schreiben in Unternehmen

Alexander, du unterstützt Maik als Mentor beim Schreiben der Masterarbeit und bist für die allgemeine Betreuung zuständig. Wie empfindest du das gemeinsame Arbeiten?

Alexander: Für mich ist das Betreuen einer Masterarbeit aus verschiedenen Gründen interessant. Dies ist unter anderem die Herangehensweise in der wissenschaftlichen Aufarbeitung von E-Commerce-relevanten Themen. Eine Hochschule bietet hier nochmals eine weitere Perspektive. Der Wissenstransfer, den Maik für die Ausarbeitung seiner Arbeit beschreibt, findet definitiv auch in die andere Richtung statt. Ansätze aus der Wissenschaft können natürlich immer als Impuls für die Weiterentwicklung praxisbezogener Beratungsansätze dienen.

Was habt ihr beide in den vergangenen Monaten gelernt? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Maik: Ich habe im Allgemeinen viel über die Agenturarbeit und die Durchführung von umfangreichen E-Commerce-Projekten dazugelernt und mich dadurch persönlich weiterentwickelt.

Alexander: In gewisser Hinsicht war es für mich schon ein Flash-Back in die Studienzeit, in der ich einige empirische Arbeiten verfasst habe. Ein bekanntes Thema nochmals mit wissenschaftlichen Methoden anzugehen, war für mich ein interessanter Input.

Was macht das Programm für euch beide so besonders?

Maik: Thesis bleibt Thesis. Aber was es wirklich auszeichnet, dass man die Thesis im Unternehmen schreibt, sind die Erfahrungen, die man in dieser Zeit gemacht hat und die tollen Leute, die man kennengelernt hat. Und das bleibt mir auch nach der Abschlussarbeit.

Alexander: Themen, die ansonsten eher im Buzzword-Bingo Verwendung finden, werden hier nochmals vollständig zerlegt und aufgearbeitet. Das bekommt man in der Tiefe natürlich über andere Kanäle nur ganz selten.

Welche Vorteile ergeben sich eurer Meinung nach aus solch einer Zusammenarbeit, sowohl für Unternehmen als auch für den Studenten?

Alex ist Maiks Mentor

Maik: Als Student hat man natürlich den Vorteil, dass man mit erfahrenen Leuten zusammensitzen kann. Man profitiert von ihrer Erfahrung in jeglicher Hinsicht. Dadurch bekommt man nicht nur einen anderen Blickwinkel auf seine eigene Arbeit. Sondern man kann das, was man in der Theorie ausarbeitet, direkt in der Praxis testen und anwenden. Daraus ergeben sich Lernimpulse und Denkanstöße für die eigene Entwicklung.
Unternehmen haben durch die Betreuung von Abschlussarbeiten die Möglichkeit an Themen zu arbeiten, für die während des Arbeitsalltags vielleicht gar keine Zeit besteht.

Alexander: Vielleicht als Ergänzung zu dem, was Maik gesagt hat: für Unternehmen besteht die Aufgabe natürlich darin, die Impulse aus dieser Zusammenarbeit zu erkennen und entsprechend für die eigene Arbeit mit Kunden etc. zu nutzen.

Habt ihr beide zum Schluss des Interviews noch Tipps für zukünftige Bewerber?

Maik: Mutig sein bei der Auswahl des Themas und bei der Bewerbung. Mut auch, um diesen ersten Schritt in die freie Wirtschaft zu wagen. Und man sollte natürlich offen für neue Erfahrungen sein.

Alexander: Wichtig ist, dass ein Thema Relevanz hat und vom potentiellen Masterand überzeugend vertreten wird. Darüber hinaus sollte natürlich auch die persönliche Ebene passen. Insofern beides der Fall ist, kann‘s losgehen.

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