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  • Aktuelle Herbststudien im Bereich E-Commerce – ein Überblick
  • Aktuelle Herbststudien im Bereich E-Commerce – ein Überblick

    Das Ende des Jahres naht mit großen Schritten und Verbände und Institutionen beginnen mit den Veröffentlichungen Ihrer Studien und Hochrechnungen zur Bewertung der Wirtschaftsjahre 2011 und 2012. Auch für den E-Commerce Markt gibt es zahlreiche neue Studienergebnisse, die wir an dieser Stelle zusammenfassen:

    Dass das Internet zum Werbemedium Nummer 1 aufge-stiegen ist, belegt eine Studie des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers (PWC). Bereits in diesem Jahr hat Online-Werbung erstmals die Fernsehwerbung überholt – der Marktanteil der Onlinewerbung beträgt 23 % an den gesamten Netto-Werbespendings (TV-Werbung nur noch 20,8 %). Der Abstand der beiden Mediengattungen soll sich in der Zukunft weiter vergrößern.

    Das Internet die neue Nummer 1

    Studie des PWC (Pricewaterhouse Coopers)

    Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) verdeutlicht mit seinen kürzlich veröffentlichten Umsatzzahlen des Interaktiven Handels in Deutschland in Q3/2012 die enorme Umsatzsteigerung des Online- und Versandhandels.
    Danach konnten Onlinehändler gemeinsam mit den klassischen Versandhändlern im dritten Quartal 2012  9,2 Mrd. Euro umsetzen. Das dritte Quartal 2012 ist das bislang stärkste für den Interaktiven Handel. Allein im E-Commerce wurden dabei 6,745 Mrd. erzielt, was einem Anteil von 73,4 % entspricht. Der klassische Versandhandel fiel dagegen stark ab.

    Auf 27,5 Mrd. Euro wird nach revidierten Prognosen der reine E-Commerce-Anteil am Interaktiven Handel für das Gesamtjahr 2012 geschätzt (+ 26,5 % gegenüber dem Vorjahr). Dies entspricht einem Anteil von ca. 72 % am gesamten Umsatz des Interaktiven Handels. Der BVH rechnete ursprünglich für 2012 mit einen E-Commerce Umsatz von 25,3 Mrd. Euro (+ 16,5 % im Vergleich zum Vorjahr). Nach der korrigierten Prognose verliert der klassische Versandhandel ungefähr 700 Mio. Euro Umsatz. Dieser Verlust kommt dem E-Commerce zugute.

    Die enorme Umsatzsteigerung des Interaktiven Handels in Deutschland

    Auschnitt einer Grafik des BVH zum Anteil des E-Commerce am Interaktiven Handel

    Das EHI Retail Institute und Statista veröffentlicht zum vierten Mal ihre Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2012. Marktstudie der 1.000 größten Onlineshops für physische und digitale Güter“.
    Die INTERNET WORLD Business hat daraus eine Liste der 100 größten deutschen Webshops erstellt. Das Ranking der größten Online-Shops Deutschlands hat sich im Vergleich zum Vorjahr stark verändert. Jeder dritte Webshop in der diesjährigen Liste der Top 1.000 Webhändler von EHI und Statista ist im vergangenen Jahr noch nicht darin vertreten gewesen.
    Auf dem ersten Platz befindet sich aber weiterhin Amazon.de als umsatzstärkster Onlineshop (3.433,5 Mio. Euro Umsatz in 2011), Otto und Neckarmann.de belegen die Plätze zwei und drei. Auf dem vierten Platz ist in diesem Jahr der Online-Pure-Player Notebooksbilliger.de, der im Vorjahr noch den neunten Platz belegte. Telekom.de (ehem. Nr. 4) wurde aufgrund einer veränderten Studienstruktur nicht mehr berücksichtigt. Cyberport, dem Notebooksbillder.de-Konkurrent, gelang ein gewaltiger Sprung von Rang 17 auf Rang 9. Esprit schaffte es auf den achten Rang (Vorjahr Rang 13).  Apple belegt den zehnten Platz.
    Nicht mehr in den Top Ten halten konnten sich das Musikhaus Thomann (nun Rang 13) und der Versender Bauer (Platz 14).

    Die zehn größten deutschen Onlineshops erwirtschaften zusammen rund 32 % der gesamten E-Commerce Umsätze Deutschlands (Steigerung im Vgl. zum Vorjahr: 0,5 %).

    Auch das Thema Multichannel-Vertrieb wurde in der Studie beachtet: 48,2 % der 100 größten Online-Shops Deutschlands verkaufen auch über stationäre Ladengeschäfte, über 50 % vertreiben ihre Produkte auch auf Marktplätzen wie amazon oder ebay. Nur ca. 25 % der Händler versenden Print-Kataloge. Dagegen sind fast 78 % der Online-Shops auf Facebook aktiv. Bei twitter sind es rund 50 %.

    Die Top 10 Online-Shops 2011 (Umsatz in Millionen Euro)

    INTERNET WORLD Business: Die Top 10 Online-Shops

    Dazu passt die „Social Minds-Studie“ der Mediaagentur VivaKi. Diese untersucht das Nutzungsverhalten in sozialen Medien und die Reaktionen von Nutzern auf Kaufanreize. Über ein Drittel der Befragten (36 %) gaben an, Produkt- oder Markenempfehlungen über Social Media entgegengenommen zu haben. Mehr als die Hälfte reagierte konkret auf solche Empfehlungen: mit gezieltem Kauf oder auch Verzicht eines Produkts. Laut der Social Minds-Studie ist insgesamt jedoch der Einfluss von Social Media Empfehlungen auf den Kauf etwas größer (46,9 %) als auf den Nicht-Kauf (38,4 %).

    Die Nutzung von Tablet und Smartphone zum Kauf von Produkten

    Eine Grafik der „Social Minds-Studie“ von VivaKi

    Dass Tablets und Smartphones für den Online-Handel eine immer größere Rolle spielen, belegt eine Umfrage des E-Commerce-Center (ECC) Handel. Apps werden sowohl von Tablet- als auch von  Smartphone-Nutzern am häufigsten gekauft (50 % der Tablet-Nutzer; 43,5 % der Smartphone-Nutzer). Dicht gefolgt von materiellen Gütern mit 48,4 % (Tablets) und 34 % (Smartphones).
    Auf den Plätzen drei bis sechs folgen der Medien & Software, Tickets, Gutscheine & Coupons und Dienstleistungen.

    Die Nutzung von Tablet und Smartphone zum Kauf von Produkten

    Umfrage des E-Commerce-Center (ECC) Handel

    Wir halten fest: Konsumenten kaufen vermehrt online, dabei sind sie mobil unterwegs und sozial vernetzt, Kataloge lassen sie zunehmend links liegen. Händler stellen sich darauf ein und setzen in Werbung und Vertrieb stärker auf das Internet.

    Dass Fußgängerzonen und Shopping-Zentren zukünftig verwaisen braucht aber niemand zu befürchten. Laut einer im September auf dem World Retail Congress vorgestellten Studie von CBRE (immobiliendienstleistungsunternehmen) wird der stationäre Einzelhandel durch Multichannel-Strategien ergänzt und bereichert werden. In der Studie wurden 50 führende internationale Einzelhändler mit einem Filialnetz von 32.000 Standorten weltweit befragt. Derzeit machen Online-Verkäufe nach Aussagen der Einzelhändler durchschnittlich 5 Prozent der Gesamtumsätze aus. Nach ihrer Schätzung wird sich dieser Anteil in zwei Jahren auf fast 10 Prozent verdoppeln. Gleichzeitig erwarten viele durch raffinierte und strategische Verknüpfung digitaler Kommunikationskanäle mit stationären Absatzkanälen sogar eine zunehmende Kundenzahl in den Filialen.

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    4 thoughts on “Aktuelle Herbststudien im Bereich E-Commerce – ein Überblick

    1. Ingo Pokora sagt:

      Klasse Zusammenfassung Christina. Aus eigener Erfahrung als Berufstätiger bedeutet eine Multichannel-Strategie vor allem für den Einzelhandel DIE Chance. Für die Skeptiker unter uns: das Glas ist eben gerade hier (noch nicht) mal halb voll… Ich sage nur „Service“ und (z.B.) Öffnungszeiten… (die Liste wäre lang).

    2. Christina Christidou sagt:

      Danke Ingo. Freut mich sehr, dass dir die Zusammenfassung gefällt. 🙂

    3. Anna Kümmel sagt:

      @Ingo: ich denke auch Multichannel ist eine echte Chance für den Einzelhandel – was aber nicht heißt, dass das stationäre Geschäft nicht an sich noch Optimierungspotenzial hat…bei vielen Produkten gilt sicherlich Research online, Purchase offline – aber natürlich vor allem dann, wenn „offline“ auch der Service stimmt!

    4. Ingo Pokora sagt:

      @Anna: Stichwort Service(-wüste Deutschland): sehr schön sind da auch die Erfahrungen von Christoph Maria Herbst (Kapitel 1) … http://www.youtube.com/watch?v=e76EAGjMKik

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